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Hormone - wie lange und wann aufhören?

Große Studien über die Dauer der Durchführung einer Hormonersatztherapie belegen, dass die Bereitschaft der Patientin nach sechs Monaten nicht mehr in dem Ausmaß vorhanden ist wie zu Beginn der Therapie. Sobald die Beschwerden durch die Hormongabe gelindert sind, setzen viele  Patientinnen oft von selbst die Therapie ab. Manche merken aber, dass die Mehrzahl der Beschwerden nach wenigen Tagen wieder auftritt. Dies ist dann der Zeitpunkt, wo die Patientin  wieder ihren Arzt aufsucht und die entscheidende Frage gestellt wird: „wie lange muss ich denn überhaupt Hormone einnehmen?“

 

Die Antwort auf diese Frage ist nicht so leicht zu geben und hängt sehr vom individuellen Fall ab.
Um den Hintergrund für die Frage „wie lange soll man Hormone verabreichen und wann soll man aufhören?“ zu beleuchten sollte zuerst das „WARUM HORMONE?“ bedacht  werden.
Eine Hormonersatztherapie (HRT) wird zumeist aus folgenden Überlegungen begonnen:

  • Eine Patientin hat menopausale Beschwerden, die ihr Probleme bereiten, und die durch eine Hormontherapie gebessert werden können.
  • Eine Patientin trägt ein Krankheitsrisiko in sich, welchem mit einer Hormongabe präventiv begegnet werden kann.

 

Anhand dieser beiden Motivationen eine HRT zu initiieren, soll nun die Frage nach dem „wie lange?“ erörtert werden.

 

Der Grund für den Beginn einer HRT ist - im ersten Fall - charakteristische menopausale Beschwerden, die für die betroffene Frau eine Lebensqualitätsverschlechterung darstellen. Durch die Hormoneinnahme werden diese Beschwerden schlagartig besser und die Patientin fühlt sich wieder wohl und ist leistungsfähiger. Allerdings, und das können viele Frauen so lange nicht glauben, bis sie nicht die eigene Erfahrung gemacht haben, treten die Beschwerden wieder auf, sobald die Hormonersatztherapie abgesetzt wird. Der Stellenwert einer HRT wird in diesem Falle  viel zu sehr unter dem Begriff THERAPIE gesehen, als unter dem Aspekt eines ERSATZES. Wiewohl Hormone BEIDES sein können. Durch  einen „Auslassversuch“ der HRT wird oft schnell klar, wie weiter zu verfahren ist.

 

Im zweiten Falle, wo mit einer Hormongabe unter dem präventiven Aspekt begonnen wird, und wo keine offensichtlichen menopausalen Beschwerden vorliegen, kann die Bereitschaft, Hormone für einen bestimmten Zeitraum einzunehmen wirklich ein Problem darstellen.

 

Die Gründe warum bei Risikopatientinnen  in einigen Fällen zu einer Hormontherapie geraten wird, machen sich nicht in Form von subjektiven Beschwerden bemerkbar, sondern betreffen den Knochen, das kardiovaskuläre System und den Gehirnstoffwechsel. Daraus erklärt sich, dass es  manchmal für viele Frauen nicht verständlich ist, warum sie etwas nehmen sollen, wo sie doch gar keine Probleme haben. In diesem Fall hat der behandelnde Arzt/Ärztin sehr ausführlich ein Beratungsgespräch mit der Patientin zu führen, um ihr die Gründe für die Durchführung einer HRT zu erklären.

 

Für die Frauen, die Hormone nehmen, stellt sich nun  die Frage WIE LANGE? Bei der Ersteinstellung auf ein Hormonpräparat wird zu folgendem Vorgehen geraten: Auf Grund der großen individuellen Varianz der Verträglichkeit von Hormonen,  sollte  die Patientin nach vier Wochen eine Kontrolle bei ihrem behandelnden Arzt/Ärztin vornehmen, um das erste Therapiemonat zu besprechen. Bei diesem Gespräch erkennt man meistens, ob das verordnete Präparat von der Patientin gut vertragen wird, und ob die Beschwerden beseitigt werden konnten. Sodann wird ein Therapiezeitraum von sechs Monaten angeschlossen, wonach erneut eine Kontrolle erfolgt.

 

Es ist bekannt, dass die am meisten belastenden klimakterischen Beschwerden dann auftreten, wenn das Nachlassen der Hormoproduktion nicht allmählich eintritt, sondern wenn es zu einem raschen Aussetzen der Hormonproduktion - aus welchem Grund auch immer - kommt. Solchen Patientinnen ist oft mit einer kurzen zwischenzeitlichen Hormongabe sehr geholfen, um diesen akut aufgetretenen Hormonmangel zu beheben. In vielen Fällen ist die Therapiedauer von einigen Monaten durchaus ausreichend um den weiblichen Organismus auf ein neues hormonelles Niveau einzustellen. Hat sich der weibliche Organismus auf ein neues hormonelles Gleichgewicht eingependelt, sind bei manchen Frauen auch die Beschwerden weniger so dass, dies der Grund für das Aufhören der Therapie  sein kann. Allerdings kann jederzeit wieder mit der Einnahme begonnen werden, sobald Beschwerden erneut auftreten.

 

Anders ist die Situation bei Frauen, denen eine Hormoneinnahme aus Gründen der Prävention geraten wurde. Prävention von Osteoporose oder von kardiovaskulären Erkrankungen kann man nicht innerhalb eines Therapiezeitraumes von ein paar Monaten betreiben. Hierfür ist ein wesentlich längerer Therapiezeitraum - oft Jahre - notwendig. Dies bedeutete von ärztlicher Seite her eine genaue Aufklärung und Information der Patientin. Für den Fall, dass eine hormonelle Langzeittherapie verordnet wird, ist ein Punkt von besonderer Wichtigkeit, nämlich die Gabe und Überwachung der richtigen Hormon-DOSIS. Hormone selbst stellen für einen längeren Zeitraum kaum ein Problem dar, sondern die verabreichte Dosis, die Art des Hormons und der Ort der Verabreichung können für manchen weiblichen Organismus belastend sein.  Bei Hormonunverträglichkeit und zur Überwachung einer Hormontherapie ist es von großer Wichtigkeit sich von Zeit zu Zeit ein Bild über den Hormonserumspiegel zu machen. Bei der Dosis des Hormons und bei der Beurteilung des Serumspiegels ist zu beachten, dass man mit der Einstellung innerhalb der physiologischen Grenze bleibt, wenn nicht sogar an der unteren Grenze des Serumspiegels. Bei einer Frau, die Hormone als Ersatztherapie erhält ist es nicht mehr notwendig einen Eisprung zu induzieren, was mit höheren Östrogen Spiegeln vergesellschaftet sein müsste. Das Ziel ist vielmehr die klimakterischen Beschwerden zu lindern, wofür geringere Serumspiegel ausreichen, und gleichzeitig wichtige Organsysteme geschützt werden. Diese Überlegung impliziert auch, dass niedrigere Hormonspiegel, als physiologischer Weise im jungen weiblichen Organismus vorhanden sind, ausreichen.

 
Credo: „So viel wie nötig, aber so niedrig wie möglich“.

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Diese beiden Abbildungen veranschaulichen sehr deutlich, welche Risikofaktoren erheblich das Brustkrebsrisiko ansteigen lassen, aber auch wie man seinen Körper durch einen entsprechenden Lebensstil positiv beeinflussen kann.

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