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Polyzystisches Ovar

Der Terminus „polyzystisches Ovar“ ist deskriptiv und  beschreibt die morphologische Tatsache, dass am Eierstock viele (poly) Zysten  vorhanden sind. 
Warum „viele Zysten“ da sind, oder sich überhaupt beginnen auszubilden weiß die  Medizin leider noch nicht ganz genau. Eine Tatsache ist allerdings bekannt: jeder Eierstock macht in der Pubertät ein polyzystisches Stadium durch das mehrere Monate dauern kann.  In dieser Zeit „lernt“ der Eierstock auf die monatlichen Hormonschwankungen zu reagieren und er „programmiert“ langsam den Menstruationszyklus ein.

Störungen, die während des „Einprogrammierens“  auf den Eierstock einwirken können bedingen, dass die Zysten bestehen bleiben.

Während des polyzystischen Stadiums bildet der Eierstock meist im Überschuss männliche Hormone, die die bekannten unerfreulichen Auswirkungen auf Haut und Haare bei pubertierenden Mädchen haben. Das Übermaß an Androgenbildung  ist allerdings von Mutter Natur erwünscht und auch notwendig, um den Glukose- und Insulinhaushalt für die kommenden fertilen Jahre neu zu organisieren. Die Regelblutung ist zu diesem Zeitpunkt sehr oft  unregelmäßig oder tritt gar nicht ein. 
Auch greifen die männlichen  Hormone manchmal in den Stoffwechsel des Fettgewebes ein, sodass Gewichtsprobleme die Folge sein können.
 
Setzt die Medizin in diesem Stadium zu früh Medikamente ein, treten Essstörungen auf oder wird zu viel körperliche Aktivität geleistet, kommt es oft zum Arretieren des polyzystischen Ist-Zustandes und  das hormenelle „setting up“ in den Eierstöcken für einen regelmäßigen Menstruationszyklus wird unterbrochen. Als Folge bleibt oft das eine oder andere  - in der Pubertät für den Eierstock durchaus normale -  Zustandsbild, nun aber in pathologischer Ausprägung bestehen.  Dieses kann sich im Idealfall auch wieder zurückbilden oder über die Jahre weiter manifestieren. Je nachdem wie die Lebensumstände sind. Sollte es zu Vollbild der Erkrankung kommen spricht die Medizin vom Polyzystischen Ovar Syndrom.  


Die wichtigsten klinischen Zeichen eines Polyzstischen Ovar Syndroms sind:

  • Zyklusstörungen, meist sehr seltene bis gar keine Regelblutungen
  • Hautunreinheiten (bis schwere Akne) , vermehrte Körperbehaarung und fettiges Haar
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Diabetogene Stoffwechsellage
  • Steigendes Körpergewicht bis Übergewichtigkeit
  • Entgleisung der Hormonwerte
  • Unfruchtbarkeit

Alle diese klinischen Zeichen müssen nicht gleichzeitig auftreten sondern können auch monosymptomatisch vorkommen. 

 

Download Fachartikel:
Ovarian Food - wie die Ernährung die Eierstöcke gesund erhält (pdf Datei, 570kb)

Der Benefit von Phytotherapeutika in der Pubertät (pdf Datei. 510kb)